Liebe MitstreiterInnen!
Auf vielen Flyern, Aufklebern und Plakaten lest ihr derzeit unsere Forderungen. Doch was genau meinen wir damit? Wie stellen wir uns ein anderes, besseres Bildungssystem vor? Wir möchten hier versuchen, euch unsere Forderungen zu erläutern.

Hier erstmal unsere gesammelten Forderungen:

  • Kleinere Klassen mit max. 20 SchülerInnen! Mehr LehrerInnen einstellen!
  • Weg mit dem „Turbo-Abi“ (G8)!
  • Weg mit den Kopfnoten!
  • Weg mit den zentralen Abschlussprüfungen und Vergleichsarbeiten!
  • EINE Schule für ALLE statt dem mehrgliedrigem Schulsystem!
  • Kostenlose Lern- und Lehrmittel, kostenloses Mittagessen!
  • Mehr Demokratie und Mitbestimmung! Weg mit dem Hochschulrat!
  • Weg mit dem Einfluss von Banken und Konzernen auf unsere Lehrinhalte!
  • Weg mit den Studiengebühren!
  • Weg mit dem „Bachelor/Master-System“ in der derzeitigen Form!
  • * Kleinere Klassen mit max. 20 SchülerInnen! Mehr LehrerInnen einstellen!
    => Ab einer Größe von etwa 24 Personen kann eine Gruppe von einer einzelnen Person nur noch als Kollektiv wahrgenommen werden. Die heutigen Klassen sind mit bis zu 35 Anwesenden viel zu voll, so dass eine individuelle Betreuung und Förderung von so vielen verschiedenen Kindern oder Jugendlichen in einer Klasse unmöglich wird.
    Wir fordern, dass die jetzige Einteilung der Schülerschaft in sehr grobe Leistungsstufen rückgängig gemacht wird, und die SchülerInnen stattdessen in kleinen Lerngruppen ihre individuellen Stärken ausprägen können. Das fordert auch mehr LehrerInnen bei angemessener Ausbildung und Bezahlung!

    * Weg mit dem „Turbo-Abi“ (G8)!
    => Seit einigen Jahren ist deutschlandweit damit begonnen worden, die Schulzeit an Gymnasien von 9 Jahren auf 8 Jahre zu verkürzen – mit dem Argument, dass die Schulzeit in Deutschland zu lang sei und die Jugendlichen eher in den Beruf einsteigen oder mit einem (ebenfalls verkürzten) Studium beginnen sollen. Abgesehen davon, dass die mangehafte und schlecht durchdachte Umsetzung von G8 viel über die Kompetenz der Bildungspolitik sagt, ist die Folge für die SchülerInnen nun, dass noch mehr Druck aufgebaut wird, dass jeder einzelne Schultag länger wird, dass der gleiche Lernstoff nun in weniger Zeit durchgepeitscht wird. Schon MittelstufenschülerInnen leiden unter Ganztagsstress und Überlastung.
    Die Inanspruchnahme durch die Schule verhindert es, dass die Jugendlichen konsequent ihren Hobbys (ob Sport oder Musik) nachgehen oder ein ausgewogenes Sozialleben führen und macht es ihnen so auch unmöglich, ausreichend Erfahrungen außerhalb des Unterrichts zu machen.
    Wir wehren uns gegen diesen wachsenden Leistungsdruck und fordern die Abschaffung des Abiturs nach nur 8 Jahren!

    * Weg mit den Kopfnoten!
    => Kopfnoten sind nicht objektiv, sondern sehr willkürlich.
    In der Praxis ist es unmöglich, den Charakter oder die Verhaltensweise einer Persönlichkeit anhand von minimalen Impressionen aus dem Schulalltag zu erfassen, und diese in ein Schema von einigen Durchschnittsnoten zu pressen.
    Kopfnoten erziehen SchülerInnen zu zahmen Duckmäusern, da Widerworte oder auch nur eine hartnäckig verteidigte eigene Meinung meist negativ bewertet werden und SchülerInnen somit nicht mehr zu kritischem Denken und Hinterfragen erzogen werden.
    Wir wehren uns dagegen, dass SchülerInnen zu gefügigen Kopfnickern erzogen werden sollen und fordern die komplette Abschaffung der Kopfnoten!

    * Weg mit den zentralen Abschlussprüfungen und Vergleichsarbeiten!
    => Im Kontrast zu dem von den Politikern propagierten „Ausbau der Gerechtigkeit“ sind die zentralen Abschlussprüfungen und das Zentralabitur ungerecht!
    Schulen haben verschiedene Voraussetzungen und soweit der zu behandelnde Stoff (durch Lehrpläne) vorgegeben ist, sollte der Unterrichtsinhalt und die Schwerpunktsetzung den LehrerInnen überlassen werden, den diese angepasst an die Schüler bestimmen.
    Der Effekt von Vergleichsarbeiten und Zentralabitur ist, dass der Unterricht beinahe ausschließlich prüfungsorientiert ist und SchülerInnen damit nicht mehr zu kritischem und kreativem Denken erzogen werden.
    Durch den noch größeren Druck auf die SchülerInnen wird Bildungskahlschlag auf breiter Front betrieben!

    * EINE Schule für ALLE statt dem mehrgliedrigem Schulsystem!
    => Heute wird in Deutschland im Alter von neun oder zehn Jahren darüber Gericht gehalten, wie die Zukunft von SchülerInnen auszusehen hat. Wer nach der Grundschule auf die Hauptschule geschickt wird, bekommt schlechteren und weniger Unterricht. Die Folge: Die „soziale Durchlässigkeit“ ist in Deutschland so schlecht wie in kaum einem anderen Land. Studien der OECD, der UNO, die PISA-Studie: Alle bescheinigen Deutschland ein katastrophales Schulsystem. Häufig bekommt man als Hauptschüler zu hören „du wirst eh nur Hartz-IV kriegen“. Aber wir wollen nicht gespalten werden sondern zusammen lernen!

    * Kostenlose Lern- und Lehrmittel, kostenloses Mittagessen!
    => Immer mehr Schulbücher, Klassenfahrten, Materialien müssen selbst bezahlt werden. Dazu kommt die Anfahrt zur Schule mit Bus und Bahn, das Schulmittagessen und zusätzlich Ausflüge usw. Wegen des maroden Bildungssystems muss außerdem immer mehr Nachhilfe privat bezahlt werden. Viele SchülerInnen und Eltern können das schon lange nicht mehr bezahlen! Das muss ein Ende haben!

    * Mehr Demokratie und Mitbestimmung! Weg mit dem Hochschulrat!
    => An die Stelle des Senats als wichtigstem Entscheidungsgremium der Unis und Hochschulen ist der so genannte „Hochschulrat“ getreten. Jetzt entscheiden – statt Professoren, Beschäftigten und Studis im Senat – Wirtschaftsvertreter im Hochschulrat über unsere Hochschulbildung, z.B. welche Studiengänge angeboten werden und wieviel Geld sie bekommen. Der Hochschulrat muss weg und Studis und SchülerInnen brauchen in allen Bildungsangelegenheiten mehr Mitbestimmungsrechte!

    * Weg mit dem Einfluss von Banken und Konzernen auf unsere Lehrinhalte!
    => Heute werden große Teile unserer Lehrinhalte auf die Interessen von Banken und Konzernen abgestimmt oder sogar direkt von ihnen vorgegeben – an Universitäten sogar noch extremer als an Schulen. Bildung muss aber dafür da sein, dass wir selbst unser Leben gestalten und in die Hand nehmen können!

    * Weg mit den Studiengebühren!
    => Studierende zahlen in NRW und in einigen anderen Bundesländern meist 1000 Euro pro Jahr, um studieren zu können. Schon früher war es so, dass reiche Eltern in den meisten Fällen Bedingung fürs Studieren waren: Kaum jemand schafft den Uni-Stress und das Geldverdienen gleichzeitig. Jetzt werden durch Studiengebühren noch mehr Menschen vom Studium abgehalten. Studierende bekommen immer härteren Stress. Und: Bildung soll über Studiengebühren von den Jugendlichen selbst bezahlt werden, anstatt sie über Steuern von den Banken und Konzernen zahlen zu lassen. Damit muss Schluss sein! Studiengebühren kicken -wie in Hessen!

    * Weg mit dem „Bachelor/Master-System“ in der derzeitigen Form!
    => An die Stelle der alten Diplom- und Magister-Studiengänge ist ein neues Studiensystem gesetzt worden: Bachelor/Master.
    Damit wurden viele Studiengänge verschult (kaum mehr Auswahlmöglichkeiten, nur noch Fleißarbeit statt Kopfarbeit) und an die Interessen von Banken und Konzernen angepasst. Außerdem kann nur noch ein Bruchteil der Studierenden (die finanzielle und angeblich geistige Elite) länger als drei Jahre studieren. Der Prüfungsstress ist enorm erhöht und, allen Lügen zum Trotz, das Auslandsstudium fast unmöglich gemacht worden. Weg mit Bachelor/Master!




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