Nazis aus Koblenz vertrieben

Nachdem die Bonner BürgerInnen vor eineinhalb Wochen bereits einem Pro NRW Stand deutlich die Rote Karte gezeigt hatten (ca. 75 BürgerInnen versammelten sich spontan um den Stand und verhinderten die Hetzte der Rassisten) legten AntifaschistInnen und BürgerInnen in Koblenz am 15.03. einen Drauf. Nach einem Drittel der Strecke mussten die Nazis umkehren, die nach Koblenz gekommen waren und wurden von den DemonstrantInnen mit lauten „Nazis-Raus“-Rufen zurück zum Bahnhof ‚begleitet‘.

Den Tag hatte sich die neofaschistische Partei „Die Rechte“ sicherlich anders vorgestellt. Eigentlich wollte man den die Freilassung einiger „Kameraden“ der inzwischen verbotenen und hochkriminellen Kameradschaft „Aktionsbüro Mittelhrein“ mit einem Demonstrationszug durch die Koblenzer Innenstadt feiern. Doch dies verhinderten AntifaschistInnen und BürgerInnen: Zuerst wurden die Nazis mit eindeutigen Sprechchören empfangen und dann entwickelten sich nach einem Drittel der geplanten Marschroute der Nazis gleich mehrere Sitzblockaden. Der Polizei war es nicht gelungen die lange Route durch die Innenstadt durchgehend abzusperren. Auch massive Polizeipräsenz mit Spezialeinheiten und Hundestaffeln konnten die friedlichen Blockaden nicht verhindern. Antifas, GewerkschaftlerInnen und Familien demonstrierten einhellig ihre Ablehnung gegenüber dem braunen Pack.

Auch die Versuche der Polizei, den Nazis einen störungsfreien Rückweg abzusichern, scheiterten vollständig. DemonstrantInnen strömten von allen Richtungen auf den Aufmarsch der Rechten zu und trieben sie danach mit Sprechchören Richtung Bahnhof. Die Angst war den Faschisten deutlich ins Gesicht geschrieben, als sie plötzlich nur noch eine Reihe PolizeibeamteInnen von den BürgerInnen Koblenz trennte. Die Bemühungen der Polizei mit massiver Präsenz den Nazis wenigstens eine würdige Abschlusskundgebung zu ermöglichen muteten dann recht verzweifelt an.

Der massive BürgerInnenprotest zusammen mit AntifaschisteInnen aus der Region hat diesen überwältigenden Erfolg möglich gemacht. Diese rege Beteiligung an sonst vielleicht eher unpolitischen Anwohnern knüpft an den antifaschistischen Erfolg zwei Jahre zuvor in Bonn Beuel am 1.Mai 2012 an, wo das Bonner Bündnis „Bonn stellt sich Quer“ viel positive Resonanz seitens der Anwohner hervorrief. Dort leistete die BJB einen wesentlichen Beitrag in der Organisation, Mobilisierung und Ausführung der Proteste gegen die Faschisten.

Die Bonner Jugendbewegung war mit zahlreichen AktivistInnen in Koblenz und wir sind stolz, dabei gewesen zu sein, als eine Stadt gefährliche Neofaschisten völlig gewaltfrei vertrieb. Koblenz ist ein unverkennbares Signal wie man Neofaschisten entgegen tritt: friedlich, entschlossen und gemeinsam.
Egal wo, egal wann.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!





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