Archiv für November 2010

Masterdschungel nach der Bologna Reform – Bildungsstreik?

(Hier ein interressanter Artikel zu Problem mit den Masterplätzen und zur Motivation noch zu streiken.)

Das Chaos mit den Masterplätzen

Erst jetzt zeigt sich einer der größten Nachteile der Bologna Reform: Das Chaos mit den Masterplätzen. Obwohl sich die Entwickler eigentlich gerade diese Neuerung auf die Fahnen geschrieben hatten, als Inbegriff der neuen Freiheit. Jeder Bachelor-Absolvent sollte die Möglichkeit haben jeden Master, den er wollte zu beginnen. Hätte man also seinen Bachelor in Philosophie gemacht wäre es trotzdem möglich einen Master in Landwirtschaft zu absolvieren. (Der Sinn eines solchen Wechsels sei mal dahingestellt.)

Fakt ist aber leider, dass nicht einmal alle Bachelor-Absolventen einen Masterplatz im gleichen Fach ergattern können. Beispielsweise in Köln standen in Betriebswirtschaft den knapp 1700 Bewerbern nur 215 Plätze zur Verfügung. Und das ist keine Ausnahme. Hinzu kommt, dass es keine einheitlichen Bestimmungen gibt, wie mit Bewerbern von anderen Universitäten umgegangen werden soll. In Bonn wird ansässigen Studenten ein Heimvorteil gewährt, sodass in manchen Fächern außeruniversitäre Bewerber um eine Note besser sein müssen. Aber auch das beseitigt nicht alle Probleme, so ist es schließlich von Dozent zu Dozent unterschiedlich wie benotet und gewertet wird. Bei dem einen kriegt man Einsen hinterher geworfen, bei dem andern sind sie kaum zu erreichen. Sodass es trotzdem häufig passiert, dass ansässigen Studenten der Masterplatz vor der Nase weggeschnappt wird.

Das Tauschen und Wechseln dauert häufig bis weit ins Semester hinein, sodass Studenten ihre Einführungsveranstaltungen verpassen oder es versäumen sich für bestimmte Angebote anzumelden, was ihre Studienzeit um ganze Semester nach hinten verschiebt.

Allerdings gibt es auf der anderen Seite Fächer in denen kaum Leute auf Master studieren. Orchideenmaster wie Logik oder Astrophysik bleiben kaum genutzt, hier stehen dann fünf Dozenten für zehn Studenten bereit. So kommt es, dass für die 100.000 Bachelor-Absolventen auch tatsächlich 100.000 Masterplätze bereitstehen, allerdings häufig in den falschen Fächern. Ein absolutes Chaos, indem nicht mal die Rektoren wirklich durchblicken.

Wieder ein heißer Herbst?
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