- Aufruf zum demonstrativen Stadtspaziergang gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus -
Seit einiger Zeit sind die Schlagzeilen gefüllt mit neuen, erschreckenden Informationen über rechte Gewalt und die Rolle des Verfassungsschutzes. Es wird offenkundig, was vielen schon bewusst war: Wir haben ein großes Rassismus- und Rechtsextremismusproblem, doch ein noch viel größeres mit dessen Verdrängung!
Besonders in einer Zeit in der rassistische Schriften, wie die von Herrn Sarrazin, auf Bestsellerlisten landen und uns Rassismus in vielen Formen des Alltags begegnet, in einer Zeit in der Antirassistinnen und Antirassisten kriminalisiert werden, während Jahrzehnte lang geplante Morde durch Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten unaufgeklärt, unbeachtet und zum Teil sogar vom Verfassungsschutz gedeckt werden, in einer Zeit in der rassistische Äußerungen unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit genommen werden, in dieser Zeit ist es die Aufgabe jeder Bürgerin und jedes Bürgers, nein jedes Menschen aufzustehen und lautstark zu protestieren:
Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Kommt zum demonstrativen Stadtspaziergang am 21. Januar 2012 um 14:00 Uhr in Bonn am Kaiserplatz!
Aufruf zum Jugendblock auf der Demo gegen die NATO-Afghanistankonferenz am 3.Dezember in Bonn
Die Werbung der Bundeswehr
Die Bundeswehr wirbt immer offensiver an Schulen für Nachwuchs in ihre Soldatenreihen. Mit Vorträgen, Unterrichtsreihen, Infoständen auf Bildungsmessen, Seminaren, Strategiespielen, mit Lehrerfortbildungen und vorgefertigtem Unterrichtsmaterial wollen die „Jugendoffiziere“ gezielt Jugendliche überzeugen, in die Bundeswehr zu gehen. Auch über das Arbeitsamt und Berufsberatungen wirbt die Bundeswehr direkt Schüler aller Schulformen. Gerade die im Oktober 2008 verabschiedete „Kooperationsvereinbarung“ zwischen Bundeswehr und dem Schulministerium NRW bietet der Bundeswehr die Möglichkeit direkt in die Schulen und Berufsschulen zu gehen und in extra Stunden die Kriegspropaganda voranzutreiben. Kriegseinsätze werden so als „absolute Notwendigkeit“ dargestellt.
Die speziell dafür geschulten Jugendoffiziere erwähnen dort natürlich nicht, dass im Krieg größtenteils Zivilisten und Kinder sterben, dass zum Krieg Zerstörung, Unterdrückung, Vergewaltigungen und Vernichtung der Lebensgrundlage gehören oder dass Menschen in Kriegen schwere psychische Schäden erleiden.
Wir Jugendliche sollen uns so an die Bundeswehr gewöhnen und sie als Teil der Gesellschaft anerkennen.
Der Krieg der Bundeswehr in Afghanistan
Doch die Bundeswehr führt Krieg in Afghanistan. Klar, dass dieser nicht im Interesse der Bevölkerung und schon gar nicht im Interesse von uns Jugendlichen ist; sind doch ca. 75 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen den Afghanistaneinsatz. Und das zu Recht.
Denn die ausländischen Soldaten aus den USA, aus der EU und auch aus Deutschland sind nicht für die „Sicherung der Demokratie“ in Afghanistan. Sie sind auch nicht dort, um Brücken zu bauen oder die Rechte der afghanischen Frauen zu verteidigen. Im Gegenteil: Seit dem Beginn der Besatzung im Jahr 2001 hat sich die Situation der Menschen in Afghanistan deutlich verschlechtert: Die Lebenserwartung und die Alphabetisierungsrate sind, besonders bei den afghanischen Frauen stark zurück gegangen, ¾ der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und der Anteil an der weltweiten Rohopiumproduktion ist in Afghanistan seit der Besatzung von 40% auf 90% gestiegen. Zusätzlich wurde die afghanische Landwirtschaft durch billige Importe aus dem Ausland zerrüttet.
Außerdem geht es um den größten Stützpunkt von NATO-Soldaten in der Region – in direkter Nachbarschaft zum Iran, China und zu Pakistan. Schon jetzt verüben die USA immer wieder Angriffe auf pakistanisches Gebiet. Die NATO-Staaten werden diese vorteilhafte Position für künftige Militärschläge nicht einfach so aufgeben.
Afghanistan braucht Frieden, keine Konferenzen
Dieses Jahr im Dezember treffen sich führende Politiker aus der ganzen Welt zu einer Konferenz, auf der über die Zukunft Afghanistans entschieden werden soll. Über mehrere Tage werden sie auf dem Petersberg in Bonn diskutieren, doch das Ergebnis ist jetzt schon klar: es wird keinen vollständigen Abzug der fremden Armeen aus Afghanistan geben. Vielmehr wird versucht, die Arbeit von Hilfsorganisationen mit der militärischen Organisation zu verbinden, um das Bild aufrecht zu erhalten, es handele sich in Afghanistan um einen humanitären Einsatz.
Die Konferenz in Deutschland stattfinden zu lassen stellt eine besondere Frechheit dar: Die deutschen Konzerne profitieren vom Krieg in Afghanistan und die etablierten Parteien tun alles, um diesen zu rechtfertigen.
Deswegen müssen wir den Kriegstreibern der Afghanistankonferenz selber zeigen, dass wir uns mit ihren leeren Versprechungen auf Frieden nicht zufrieden geben!
Wir wollen weder einen Krieg in Afghanistan, noch Bundeswehrwerbung in unseren Schulen, Unis, auf Berufsmessen und in Jobcentern.
Wir fordern bessere, kostenlose Bildung, das Recht auf Ausbildung und Übernahme und anständige Arbeitsbedingungen nach der Ausbildung statt Armut und Zukunftsangst, die so viele Jugendliche in die Arme der Bundeswehr treiben.
Bundeswehr raus aus Schulen, Unis, Berufsmessen, Jobcentern und Afghanistan!
Beteiligt euch am Jugendblock gegen die Kriege der Bundeswehr und für eine gesicherte Zukunft von uns Jugendlichen.
Hunderte Milliarden Euro verschenkt die deutsche Regierung an Banken und Großkonzerne – und für die Zukunft von uns Jugendlichen soll kein Geld da sein? Jetzt reicht´s!
Komm zum Action Day am 17.11. um 9 Uhr am Kaiserplatz in Bonn! Gemeinsam besetzen wir die Bonner Innenstadt mit unseren Forderungen, unseren Aktionen und unserer Demo! Occupy Education!
Das läuft schief:
Unser Bildungssystem ist schlecht und ungerecht! An Haupt- und Realschulen ist der Unterricht am schlechtesten. Dort haben wir Jugendlichen immer weniger Chance auf einen guten Job und eine sichere Zukunft. Das wird auch nicht besser davon, dass jetzt die NRW-Regierung Haupt- und Realschulen in der Sekundarschule zusammenkippen will.
An fast allen Schulen und Unis sind die Klassen und Kurse überfüllt, es gibt zu wenige und deshalb gestresste Lehrer und Professoren. Lehrbücher, Klassenfahrten, Mittagessen usw. sollen wir und unsere Eltern immer öfter selber bezahlen – viele können das aber nicht.
An den Schulen und Unis gibt es immer krasseren Lernstress und es bleibt kaum noch Freizeit übrig. Schuld sind zentrale Prüfungen, ständige Vergleichsarbeiten, das „Turbo-Abitur“ (G8) und die „Bologna“-Reformen (Bachelor/Master). Das alles bedeutet gewaltigen Stress für uns. Wie sollen wir so lernen?
…und nach der Schule: ???
Als Hauptschüler findet man in Deutschland fast keinen Ausbildungsplatz mehr! Und auch mit anderen Schulabschlüssen wird das oft schwer. Wer doch einen findet, muss für 3 Euro die Stunde oft 60, 70 oder sogar 80 Stunden in der Woche arbeiten. Nach der Ausbildung übernommen werden auch immer weniger von uns – weil die Chefs lieber neue Billig-Azubis für sich arbeiten lassen und sogar Alte bis 67 arbeiten sollen! Sehr viele von uns landen entweder bei Hartz 4 oder in schlecht bezahlter Leiharbeit. Für den Großteil der Studenten heißt es nach der Uni: Ab ins unbezahlte Praktikum! Was ist das für eine Zukunft?
Die Politiker konnten einfach so 500 Milliarden Euro von unserem Steuergeld den Banken und Konzernen schenken, und sie geben jedes Jahr mehr als 30 Milliarden Euro (30.000 Millionen) für neue Waffen und Kriegsgerät aus. Bei unsere Bildung und Ausbildung sparen sie immer weiter und wir müssen dafür mit unserer Zukunft, unserer Freizeit und mit immer mehr Stress bezahlen.
Wir fordern mehr Geld für unsere Zukunft, für Bildung und Ausbildung, statt für Banken und Bomben!
Recht auf Ausbildungsplatz und Übernahme im erlernten Beruf
Gegen:
Lernstress, Konkurrenzdruck und deshalb G8/Bachelor
Hungerlöhne für Azubis und junge Arbeiter/Angestellte/Jobber
Arbeitslosigkeit und den viel zu geringen „Hartz 4“-Satz
Überfüllte Seminare und unbezahlte Praktika
„OccupyTogether!“ Was ist das für eine Protestbewegung?
Der Protest gegen die Macht der Banken, gegen soziale Kürzungen und schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen ging in Spanien im Frühjahr los. Millionen junge und alte Menschen demonstrierten gemeinsam und besetzten öffentliche Plätze – im Protest vor allem gegen die massenhafte Jugendarbeitslosigkeit. Anfang Oktober sprang die Bewegung unter dem Motto „Occupy Wall Street!“ in die USA („Besetzt die Börse in New York!“). Schnell waren in dutzenden US-Großstädten die öffentlichen Plätze von Tausenden Demonstranten besetzt. Spätestens seit dem 15. Oktober ist klar: Millionen Menschen kämpfen weltweit unter Slogans wie „Occupy Frankfurt“, „Echte Demokratie jetzt!“ und „Wir sind die 99%“, “Bankendiktatur stoppen!“ – und es werden immer mehr. Am 15.10. gab es Demos in 951 Städten in 82 Ländern, mehr als 50 davon in Deutschland.
wie euch wahrscheinlich bekannt ist, findet vom 3. bis 5. Dezember auf dem Petersberg in Bonn die NATO-Afghanistankonferenz statt.
An diesen 3 Tagen werden viele verschiedene Aktionen in Bonn stattfinden. Hauptaugenmerk wird wohl auf der großen Bündnisdemonstration am Samstag, den 3.Dezember liegen.
Im Rahmen dieser Demo rufen wir euch auf, euch gemeinsam mit uns unter dem Motto „Bundeswehr raus aus Schulen, Unis, Berufsmessen, Jobcentern und Afghanistan!“ in einem Jugendblock zusammen zu schließen.
Denn gerade jetzt nach der Aufhebung der Wehrpflicht fehlen der Bundeswehr immer mehr Rekruten für ihre Kriege, weshalb die Bundeswehr immer öfter und gezielter uns Jugendliche für den Krieg in Afghanistan anwirbt.
Das erste gemeinsame Treffen ist am Sonntag, den 6.11 ab 13:30Uhr im DGB-Haus in Bonn, Endenicherstr. 127, 53115 Bonn.
Im Anhang findet ihr einen Entwurf für einen gemeinsamen Aufruf, den wir auf dem Treffen gerne mit euch gemeinsam diskutieren und beschließen möchten.
Als Tagesordnung schlagen wir vor:
1. Begrüßung und Vorstellung
2. Aufrufdiskussion
3. Auftritt auf der Demo
a. Blockorganisation
b. Lautsprecherwagen
c. Frontransparent
4. Mobilisierung
a. Druckmaterial
b. Internetauftritt, Facebook etc.
c. Video
5. Finanzen
6. Weitere Termine
7. Sonstiges
Mit freundlichen Grüßen und dem hoffen auf zahlreiches Erscheinen,